Stubida wird befördert – Businessplan Deckrüdenhaltung – Stubida wird befördert … vom Juniorchef persönlich.

Achtung! Zuerst das hier lesen:

Die Personen und die Handlung dieser Kurzgeschichte sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Stubida wird befördert - Businessplan Deckrüdenhaltung - Stubida wird befördert ... vom Juniorchef persönlich.

Hier schreibt Jaksi Jomok „Stubida“ – Fortsetzungsgeschichte – Was bisher geschah: Frau Gutglaub-Rigani, El Greco und Bibo wurden erfunden von Stupida, der intriganten Kriminalgeschichtenautorin. Stubida ist in den sozialen Medien sehr bekannt. > screenshot < Jaksi Jomok ist ein Pseudonym.

 

Schimpf & Schande

Stubida wird befördert

vom Juniorchef persönlich

Businessplan – Deckrüdenhalter

„Stubida, du sollst um 9.30 Uhr zum Chef.“
„Wie bitte? Um 9.30 Uhr? Da beginnt meine Frühstückspause. Was will denn der Alte von mir?“
„Der junge Chef wünscht Dich um 9.30Uhr zu sehen; vielleicht wirst Du befördert?“
Stubida´s kalte Augen leuchten auf und sie lobt sich sofort selbst in den höchsten Tönen.

„Hab´ ich´s mir doch gedacht! Siehst Du Caro, der junge Chef hat klar erkannt, welch´ geniale Arbeitskraft ich bin! Meine Planungen waren schon immer besser als Deine und mal ehrlich Caro, wenn Du nicht die Schwägerin vom Alten wärst, hätte der junge dich doch schon längst entlassen!“

Stubida ist ein Miststück. Caro ist die Einzige, die bereit ist, ihre wirren Kurzgeschichten über Frau Dr. Ache, Hundehändlerin Frau Lieblich und den Hund El Greco aus Schwandorf zu lektorieren. Die gutmütige Caro ist auch die Einzige, die Stubida´s verlogene Beiträge in den sozialen Medien likt.
Caro ist clever, aber mit der einsamen Stubida empfindet sie nur Mitleid.

„Oh Caro, vielleicht macht der Juniorchef mich zu seiner Chefsekretärin? Dann hätte ich endlich die Position, die meiner Bildung entspricht. Mein Mann weiß gar nicht zu schätzen, was er an mir hat! Der ist mit seiner Modellbahn verheiratet und behandelt mich wie eine billige Zweitfrau!“

„Ärgere Dich nicht, Stubida, seine Modellbahn ist doch besser als eine knackige Geliebte in einem der Clubs jenseits der Grenze, oder?“

„Der alte Bock sollte es sich wagen! Erinnerst Du Dich? El Greco habe ich zwangskastrieren lassen! Und sein Züchter wird zeitlebens für das Leid meines Hundes blechen! Darauf kannst Du einen!“

„Stubida, beruhige Dich wieder. Es war doch klar, dass Du als Vollzeit-berufstätige Hundeanfängerin keine zwei intakten Rüden halten kannst. Die hätten dir dein Haus von oben bis unten zugestrullert. Mir war von vornherein klar, dass du einen kastrieren lassen würdest. Bete lieber schon mal, dass man Dir und Deinem Tierarzt keine Probleme wegen vorsätzlichen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz machen wird.“

„Pah, die können mich alle mal!“ Abrupt dreht Stubida sich um und stolziert zu ihrem Schreibtisch.

Caro´s Schultern entspannen sich und sie atmet erleichtert aus. Endlich kann sie das Angebot für die neue Gartenanlage bearbeiten.

„Guten Morgen, die Damen,“ Selma, die Seniorchefin betritt das Büro von Caro und Stubida. Tiefgründig grinst sie Stubida an und sagt:“Stubida Schätzchen, bitte sei nachher pünktlich bei meinem Sohn, er hasst es, wenn er warten muss.“

Stubida ist so besessen von der Vorstellung, dass sie um 9.30 Uhr zur Chefsekretärin befördert werden wird, dass ihr Selmas Grinsen entgeht.

„Selma, ich werde auf die Minute pünktlich sein, ich freu´ mich ja so!“ Dabei zeigt Stubida mit dem Zeigefinger auf die Uhr am Kirchturm, der auf der anderen Straßenseite steht.

„So ist´s recht Stubida, meine Liebe! Aber schau´ mal auf den Parkplatz! Das gibt großes Kino.“

Stubida tut, wie ihr geheißen. Den Sendewagen vom lokalen Fernsehsender erkennt sie auf den ersten Blick. Auch Zeitungsreporter Marvel fährt mit seinem Motorrad auf den Parkplatz.
Aber dass hinter dem Sendewagen bereits eine Polizeistreife steht, das kann Stubida weder sehen, noch ahnen.

„Selma, ich bin überwältigt!“ Stubida strahlt übers ganze Gesicht und Selma kann sich´s grade noch so verkneifen, laut loszulachen.

Hätte Stubida zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass ihr Mann auf dem Polizeirevier bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt hat, hätte sie gewiss die Flucht ergriffen.

Caro tut so, als bekäme sie nichts mit. Sie scheint bis über beide Ohren in die Unterlagen auf ihrem Schreibtisch zu vertieft zu sein. Ob Caro weiß, was Stubida beim Juniorchef erwartet?

Seit 9.20 Uhr steht Stubida vor der Bürotür vom Juniorchef. Ungeduldig wartet sie darauf, dass die Kirchenglocken läuten würden, damit sie endlich pünktlich die Tür zum Allerheiligsten öffnen kann und befördert wird.

„Stubida, nimm´ Platz.“ Der Juniorchef wartet, bis Stubida sich gesetzt hat und reicht ihr einen Vertrag.

Jetzt, jetzt!
…und die Chöre sing´n für mich!
Alles in Stubida jubelt!

Stubida gibt sich ihrem Freudentaumel hin und unterschreibt nur zu gerne die Einverständniserklärung, dass alles was folgen würde, live in den sozialen Medien und dem Vormittagsprogramm des regionalen Fernsehsenders übertragen werden darf.

Souverän erhebt sich der Juniorchef, um Marvel und dem Fernsehteam die Tür zu öffnen.
Die Technik ist in wenigen Minuten startklar. Allerdings hat Stubida das Gefühl, sie müsste schon seit Stunden warten. Schnell simst sie Caro, dass diese in den sozialen Medien posten soll, dass ihre Beförderung gleich live zu sehen sein wird.

Alle sollen ihren Triumph live miterleben! Vor allem diese Frau Dr. Ache! Ha! Die würde vor Neid erblassen.

„Test 1-2-3 Test 1-2“ letzter Toncheck und die Show beginnt:

„Meine liebe Stubida,“ startet der Juniorchef, „du ahnst es sicher schon, es ist Zeit für Deine Beförderung!“

Die Kamera überträgt Stubida´s hochrotes Gesicht, ihre glucksende Laute und schließlich ein stummes Nicken an tausende Zuschauer die grade live in den sozialen Medien zuschauen.

Es klopft an der Tür. „Herein,“ ruft der Juniorchef. Berta und Anton betreten das Büro. Die beiden sind gute Bekannte von Stubida, Caro und Selma.

Stubida ist sprachlos.
So viel Ehre! Und alles nur für sie! Ja, sie ist eine besondere Persönlichkeit. Ihre Beförderung ist schon längst überfällig.

Berta und Anton, die zuletzt ins Büro gekommen sind, haben ihre Tochter mit den beiden Ex-Straßenhunden zu Hause gelassen. Das ist für Stubida kein Grund zur Verwunderung, denn schließlich treffen sie sich mit ihren Hunden nur in der Hundeschule oder zum sozial walken.

Anton kommt nur selten mit in die Hundeschule. Stubida freut sich umso mehr, dass er heute, zum Tag ihrer Beförderung, hier erschienen ist.

Er lächelt sie an und reicht dem Juniorchef einen Ordner.

„Danke.“ Sagt der Juniorchef, „setzt Euch gerne dort rüber auf die Couch und schenkt Euch etwas zum Trinken ein.“

„Stubida, jetzt können wir endlich anfangen. Bitte steh auf!“

Mit zitternden Knien steht Stubida mitten im Büro. Der Kameramann zoomt auf den Ordner und in den sozialen Medien erfahren die Zuschauer noch vor Stubida, welch´ brisante Dokumente darin penibel abgeheftet sind.

Das Pokerface vom Juniorchef scheint innerhalb von Sekunden um Jahre zu altern. Seine Augen spiegeln eine Mischung aus Enttäuschung und grenzenloser Wut, als er Stubida vorliest, was auf der Titelseite des Ordners geschrieben steht:

Diese Unterlagen gehören
Stubida R. aus K.
Streng geheim!

Businessplan Deckrüdenhaltung
1. Deckrüdenhaltung Einnahmen – Ausgaben

Altersversorgungs-Strategie
Vorzeitig in Rente gehen und zusätzlich eine hohe Abfindung vom Chef kassieren.

Leichenblass blickt Stubida frontal in die Kamera. Schlagartig wird ihr klar, dass jedes Wort mit ihrem Einverständnis live in den sozialen Medien gesendet wird.
Alle Nachbarn, Freunde, Bekannte, Vereinskolleginnen und tausende fremde Menschen erleben in diesen Sekunden ihren Zusammenbruch!
Stubida will etwas sagen, aber es kommt kein Wort aus ihrem geöffneten Mund und es gibt einen dumpfen Knall, als ihr fülliger Körper auf dem Boden aufschlägt.

Der Arzt verabreicht Stubida zwei Spritzen. Der Wirkstoff brennt höllisch, aber er wirkt schnell und Stubida bittet demütig darum, dass die Live-Übertragung nicht erneut gestartet wird.

„Unter einer Bedingung, Stubida, Du referierst jetzt sofort vor allen Betriebsangehörigen deine perfide Altersvorsorge-Strategie. Familie Berta und Anton Sherlock werden auch zuhören.“

 

„Sherlock???!“

Stubida starrt ungläubig zu ihren Bekannten aus der Hundeschule. „Ihr seid das also… die Sherlock´s´!!! Berta, deshalb hast Du mich und meine Hunde so oft fotografiert! Dr. Ache hat euch beauftragt, mich auszuspionieren! Habt ihr damals auch Kimmi aus Kehl geholt?“

Anton Sherlock schaut Stubida stumm an. „Unsere Rechnung geht dir in den nächsten Tagen zu. Solltest Du es vorziehen, zur Zahlung verurteilt zu werden, wird´s ein bisschen teurer.“

„Stubida,“ der Juniorchef drängte, „deine Kolleginnen und Kollegen warten auf deine Generalbeichte. Oder hast Du auf einmal Angst, ihnen dein wahres Ich zu zeigen?“

„Wenn´s meinen Kopf rettet, lese ich denen meine Strategie vor, wobei diese Dösbattel eh´ nichts kapieren.“

„Stubida! Mäßige dich! Du solltest beginnen, Dich als ertappte Täterin zu verhalten, sonst verschlimmerst Du deine heikle Situation noch mehr. Jetzt darfst Du rüber in den Sozialraum und deine Altersversorgungs-Strategie Beichte zum Besten geben.“

„Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,“ Stubida ist erleichtert, dass keine Buhrufe laut werden.
„Eine Altersversorgungs-Strategie will wohlüberlegt sein und muß mit Bedacht umgesetzt werden. Meine Strategie war es, hier fleißig zu arbeiten und die Seniorchefin Selma und Caro als beste Freundinnen zu gewinnen. Die beiden Frauen fraßen mir auch jahrelang aus der Hand und ich habe sie für meine Hetz-Propaganda in den sozialen Medien benutzt.
Es ist wichtig gewesen, dass wir richtig vertraute Freundinnen wurden. Sonst hätte ich sie nicht brauchen können. Deshalb bin ich sogar in die gleiche Hundeschule wie die mit ihren Ex-Straßenhunden. Dort habe ich auch Berta kennengelernt, ihren Mann und die Tochter mit ihren Hunden.
Doch zurück nach hier, in die Firma:
Ich gelte als absolut loyal und als ich voriges Jahr ein paar Wochen auf Corona machte, habe ich von euch plangemäß viel Mitleid, Blumen und Pralinen erhalten. Die angeblichen Folgen von meiner simulierten Coronaerkrankung habe ich als Sprungbrett in die Berufsunfähigkeitsrente vor dem Spiegel einstudiert.
Als Rentenbooster hab´ ich Bibo, einen Schwarz-Deckrüden, der mir Monat für Monat rund 5.000,00 Euro für Deckakte in Tschechien einbringt. Steuerfrei.
Ganz schön clever, nicht wahr? Habe ich wenigstens gedacht.
Das ist meine Altersversorgungs-Strategie gewesen.“

„Stubida! Du hast einen Punkt unterschlagen!“ Streng tönte die tiefe Stimme vom Seniorchef durch den voll besetzten Sozialraum.

„Damit ich schon bald in Rente gehen kann, wollte ich einen Betriebsunfall vortäuschen und eine fette Abfindung kassieren. Wißt Ihr, ich ertrage es nicht länger, dass mein Mann zweimal pro Woche rüber nach Tschechien zu den jungen Frauen fährt!“

Zwei uniformierte Polizisten marschieren auf Stubida zu.

„Stubida, alias Frau Gutglaub! Unsere tschechischen Kollegen haben ihren Mann bei einer Razzia in einem Club verhaftet. Anton Sherlock hat den entscheidenden Tipp gegeben und auch ihre perfiden Machenschaften aufgedeckt. Auf geht´s! Wir bringen Sie auf die Wache.“

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Nachwort in Kopie
an Frau Lieblich und ihre Zwillingsschwester in NRW

Auszug aus Stubida´s geheimen Unterlagen:

Rentenbooster Deckrüde Bibo deckt in Tschechien – 01.01. bis 30.04.2021
Einnahmen
7 Hündinnen aus der Tschechien – 7 mal je 850,00 Euro = 5.950,00 Euro
8 Hündinnen aus der Schweiz – 8 mal je 850,00 Euro = 6.800,00 Euro
4 Hündinnen aus Österreich – 4 mal je 850,00 Euro = 3.400,00 Euro
5 Hündinnen aus Deutschland – 5 mal je 850,00 Euro = 4.250,00 Euro

Ausgaben:
4x Tschechien und zurück á 25km = 4x 25 x 0,50 Euro = 50,00 Euro
Bibo Abnutzung und Unterhalt pro Tag 1,00 Euro = 120,00 Euro

Verdienstberechnung:

5.950,00 Euro
+  6.800,00 Euro
+  3.400,00 Euro
+  4.250,00 Euro
= 20.400,00 Euro
Abzgl.

50,00 Euro Fahrtkosten
120,00 Euro Abnutzung / Instanthaltung Bibo

 

 

Reingewinn: 20.230,00 Euro
Steuerfrei.
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